Ein besonderes Lichtereignis über Rheinhessen – und warum es beim Fotografieren nicht um die Sonne selbst geh
Heute war ich bei SWR1 zu Gast und habe kurz erzählt, worauf es beim Fotografieren der Sonnenfinsternis mit dem Handy ankommt. Hier das Ganze etwas ausführlicher zum Nachlesen.
Am Abend des 12. August schiebt sich der Mond vor die Sonne – bei uns in Rheinhessen zu etwa 85 bis 90 Prozent, kurz bevor die Sonne selbst untergeht.
Kein Spektakel wie eine totale Finsternis, aber ein Moment, in dem sich das Licht spürbar verändert.
Genau das interessiert mich als Fotografin an diesem Abend am meisten.
Sonnenfinsternis mit dem Handy fotografieren:
Sicherheit zuerst
Ein paar Dinge vorweg, ganz konkret:
- Schau nie ohne zertifizierten Filter direkt in die Sonne, auch nicht durch die Handykamera. Sonnenfinsternis-Brillen nach DIN EN ISO 12312-2:2015 mit CE-Kennzeichen sind Pflicht, normale Sonnenbrillen reichen nicht.
- Das Gleiche gilt fürs Fotografieren:
Ohne Filter vor dem Objektiv kann das direkte Fotografieren der Sonne dem Sensor schaden.
Was wirklich zählt:
das Licht, nicht die Sonnenscheibe
- Erwarte kein scharfes Bild der Sonnensichel, formatfüllend auf Deinem Handy als Nahaufnahme.
Mit einem normalen Handy, ohne Zoom-Objektiv und Spezialfilter, wird die Sonne selbst auf dem Foto kaum mehr als ein heller Punkt sein.
Das ist normal, keine Frage der Technik.
- Worauf es wirklich ankommt: das Licht drumherum.
Gegen 20:13 Uhr, wenn die Verfinsterung am größten ist, steht die Sonne nur noch wenige Grad über dem Horizont.
Das Licht wird weicher, die Farben changieren zwischen Gold und Rosa, Schatten verändern sich.
Genau diese Minuten lohnen sich für dein Handy:
Richte den Blick auf die Landschaft, auf Gesichter im veränderten Licht, auf lange Schatten, nicht auf die Sonne selbst.
- Für die Bildkomposition hilft die Drittel-Regel:
Stell dir dein Bild in einem Raster aus drei mal drei Feldern vor und platziere den Horizont oder die hellste Stelle am Himmel nicht mittig, sondern auf einer der gedachten Linien.
Die meisten Handykameras blenden dieses Raster auf Wunsch in den Kameraeinstellungen ein. Das macht auch ein einfaches Abendlicht-Foto ausgewogener. - Ein Stativ oder ein ruhiger Untergrund hilft bei wenig Licht.
Und: Geh früh genug raus, das Licht verändert sich in dieser knappen Stunde vor Sonnenuntergang schneller, als man denkt.
Kurz-Checkliste für den Abend
- Zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille
(DIN EN ISO 12312-2:2015, CE-Kennzeichen) - Handy voll aufgeladen
bei wenig Licht braucht die Kamera mehr Energie
gegebenenfalls auch noch eine geladene Powerbank als Backup mitnehmen - alle Tipps in Ruhe vorher mal ausprobieren
- Blitz ausgeschaltet
bringt bei Himmel und Landschaft nichts, eher störend - Stativ oder stabile Auflage, falls vorhanden
- Freier Blick Richtung Westen
möglichst ohne Häuser oder Bäume am Horizont - Rechtzeitig vor Ort sein, am besten schon ab etwa 19:30 Uhr
Was mich an diesem Abend am meisten interessiert, ist ohnehin nicht die Sonnenscheibe, sondern genau dieses kurze Fenster, in dem sich Licht und Schatten verschieben. Es ist derselbe Moment, den ich in meiner abstrakten Kunstfotografie seit Jahren suche, nur diesmal mit einem konkreten Anlass am Himmel.
Wenn dich das Spiel mit Licht und Bewegung über diesen Abend hinaus interessiert, schau gerne bei MRK Photography vorbei.
Foto-Touren mit dem Handy biete ich regelmäßig gemeinsam mit WineWalk an, und zweimal im Jahr gebe ich einen Fotokurs, auch für Handyfotografie, bei den Kultur- und Weinbotschaftern Rheinhessen. Die nächsten Termine gebe ich zuerst im Newsletter bekannt.